Fremd sein - Vertraut werden - der neue BETA Elternbrief

06.11.2017 | Was ist, wenn aus einem Vertraut-sein ein Fremd-werden wird? Wenn ich aus einer vertrauten Umgebung aufbrechen muss in die Fremde? Was hilft mir dabei, mich neu zu beheimaten, mich wohl und geborgen zu fühlen? Das sind Fragen, die sich nicht nur Erwachsene stellen, sondern auch Kinder. Und es sind Fragen, die sich nicht nur aktuell in Flüchtlingsfamilien stellen oder sich Millionen Deutsche nach dem Krieg gestellt haben. Geschichten vom Weggehen und Ankommen, vom Fremd-sein und Vertraut-werden bestimmen zusehends unser Leben.

In diesem Elternbrief sind solche Geschichten zusammengetragen: Wie Emil und Karim sich gegenseitig deutsch und syrisch beibringen. Wie Babett und Mischu ihre Tochter Lea in ihrer bi-nationalen Familiensituation heranwachsen sehen. Auch Erinnerungen daran, wie es hier nach dem Krieg war. Wie es ist, als Senegalese  oder als iranische Familie eine neue Heimat zu finden. Und es stellt sich dabei die Frage, was denn eigentlich Heimat für mich bedeutet. Ganz Unterschiedliches – wie es scheint.

Der Elternbrief möchte Sie darin unterstützen, für sich zu klären, was sie brauchen, um sich „gut aufgehoben“ zu fühlen, um dies auch ihren Kindern weitergeben zu können. Wie diese „Beheimatung“ (auch) in der Begegnung mit Fremdem gelingen kann, zeigt die auf einer Tagung aufgeschnappte Anekdote:

"In einem Kindergarten gibt es seit einiger Zeit drei Kinder, die zusammen mit ihren Familien ihre Heimat verlassen haben, um Krieg und Hunger zu entkommen. „Ihr habt ja jetzt auch Flüchtlinge bei euch im Kindergarten.“, wird der vierjährige Jonas eines Tages angesprochen. – „Nein,“ antwortet er, „bei uns sind nur Kinder.“"