Maßnahmenpaket zur Bewältigung des neuen Kindergartenjahres

27.07.2022 | Maßnahmenpaket zur Bewältigung des neuen Kindergartenjahres

Das Kultusministerium hat das in der AG frühkindliche Bildung mit den Verbänden abgestimmte Maßnahmenpaket für die Bewältigung des neuen Kindergartenjahres vorgestellt. Wir begrüßen ausdrücklich die Maßnahmen, insbesondere das Direkteinsteigerprogramm, das einer neuen Zielgruppe einen niedrigschwelligen Zugang zum Feld ermöglicht. Die Detailfragen zu den einzelnen Maßnahmen, insbesondere zur Finanzierung bzw. der vergütungs- und anstellungsrechtlichen Fragen, sind noch nicht geklärt. Es sollten daher in Abwägung der eigenen Kapazitäten von Raum, Personal und Finanzen im Einvernehmen zwischen freien Trägern und Kommunen über den Ausbau der Angebote bspw. die Einstiegsgruppe oder die Unterstützung des Direkteinsteigerprogramms entschieden werden.

1. Neue befristete Angebotsform "Kita-Einstiegsgruppe"
Das Kultusministerium informiert über die Kita-Einstiegsgruppe: "Das Angebot wurde anlässlich des Kriegs gegen die Ukraine auf Basis des LKJHG durch den KVJS entwickelt, um allen Kindern (hiesigen und Zuflucht suchenden) einen Einstieg in die institutionelle Kindertagesbetreuung zu ermöglichen, denen kein "regulärer" Kita-Platz angeboten werden kann. 

  • Aufgrund der Intention des Angebots wird es befristet angeboten (bis 31.08.2024).
  • Rechtliche Basis dieser neuen Angebotsform ist das LKJHG (nicht das Kindertagesbetreuungsgesetz (KiTaG).

Weitere Eckpunkte der neuen Angebotsform

  • Eine Betriebserlaubnis ist erforderlich.
  • Ziel ist ein möglichst schneller Wechsel in eine reguläre Kitagruppe (innerhalb eines Jahres)
  • Max. 20 Kinder zeitgleich im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt, es können aber mehr Kinder angemeldet sein.
  • 15 bis max. 20 Stunden Betreuungszeit pro Woche und Kind Die Kinder verbleiben auf der Warteliste
  • Personaleinsatz: eine Fachkraft nach § 21 LKJHG und eine im Umgang mit Kindern geeignete Kraft während der gesamten Öffnungszeit (gemäß KiTaG wären zwei Fachkräfte einzusetzen)"


2. Ausnahmsweiser Ersatz von Fachkraftanteilen durch geeignete Kräfte

  • Ausnahmsweise können Fachkraftanteile durch doppelte Zeitanteile von geeigneten Kräften ersetzt werden (bis zu 20 Prozent des Mindestpersonalschlüssels).
  • In den ersten acht Wochen kann von der Vertretungsregelung bei kurzfristigem Ausfall von Personal Gebrauch gemacht werden.


3. Vertretungsregelung bei kurzfristigem Ausfall von Personal

  • Die seit dem Flexibilisierungspaket bestehende Vertretungsregelung von vier Wochen (eine Fachkraft plus eine geeignete Kraft) wird auf acht Wochen ausgeweitet.


4. Direkteinstieg Kita

Gedacht ist an einen modularen Aufbau zum Direkteinstieg in zwei verschiedenen Modellen:
Modell a (Dauer: 23 Monate)
Abschluss: "Staatlich anerkannte/-r sozialpädagogische/-r Assistent/-in"

  • Zugang: Zugang: mind. Hauptschulabschluss* und Berufsausbildung
  • Abschlussprüfung am Ende des zweiten Jahres
  • Förderung durch Arbeitsagentur unter bestimmten Voraussetzungen möglich (siehe Eckpunkte)

Modul 1 (1. Jahr)

  • 19 Std. Unterricht und zwei Praxistage, angeleitet in einer sozialpädagogischen Einrichtung
  • Teilqualifikation nach dem ersten Jahr (Zertifikat zum dauerhaften Einsatz in Kita oder Schulkindbetreuung)

Modul 2 (2. Jahr)

  • 13 Std. Unterricht und drei Praxistage (Anrechnung auf MPS mit bis zu 0,2 Stellenanteil möglich)
  • Anrechnung auf Mindestpersonalschlüssel möglich (0,2)

Modell b (Dauer bis zum Berufspraktikum: 23 Monate)
Abschluss: "Staatlich anerkannte/-r Erzieher/-in"

  • Zugang: mind. mittlerer Bildungsabschluss und Berufsausbildung
  • Ziel: Erzieher/in, hierfür mittlerer Bildungsabschluss erforderlich

Modul 1 (1. Jahr)

  • 19 Std. Unterricht und zwei Praxistage
  • Teilqualifikation nach dem ersten Jahr (Zertifikat zum dauerhaften Einsatz in Kita oder Schulkindbetreuung)

Modul 2 (2. Jahr)

  • 19 Std. Unterricht und zwei Praxistage (Anrechnung auf MPS mit 0,2Stellenanteil bis zu 0,4 bei Erstberufen gemäß Orientierungsplan möglich , z. Bsp. musikpäd. Abschlüsse)
  • Nach dem 2. Jahr Schulfremdenprüfung: schulischer Teil der Erzieher/-innenausbildung
  • 3. Jahr Berufspraktikum (Dauer: 1/2 Jahr) (Anrechnung auf MPS möglich)

Zu beachten: Der Beginn des Direkteinstiegsprogramms wird frühestens zum Schulhalbjahr 2023 erwartet.

*Abschlusszeugnis der Hauptschule oder des Berufseinstiegsjahres, wobei im Fach Deutsch mindestens die Note Befriedigend und im Durchschnitt aller Fächer mindestens 3,0 erreicht sein muss, oder der Nachweis eines gleichwertigen Bildungsstandes


5. Beschäftigung von Hauswirtschafts - und Verwaltungskräften

  • zusätzlich (ohne Anrechnung auf dem MPS)
  • Die Ressource pädagogische Fachkraft ist mittlerweile so wertvoll, dass nicht-pädagogische Aufgaben von nicht-pädagogischem Personal ausgeführt werden sollten...