Weiter auf Erfolgskurs: Familienzentrum sein - Familienzentrum werden

Rückblick auf den Fachtag am 28.03.2017

Mit einem gut besuchten Fachtag im Stuttgarter Hospitalhof hat der Evangelische Landesverband - Tageseinrichtungen für Kinder in Württemberg e.V. am 28. März 2017 erneut das Thema Familienzentren aufgegriffen. In Fachvorträgen und einer Podiumsdiskussion wurde  die Zukunftsbedeutung von Familienzentren bei der Weiterentwicklung des Bildungssystems deutlich.

Auf die Bedeutung von Familienzentren für Chancengerechtigkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt wies Pfarrer Georg Hohl, der Geschäftsführer des Verbandes, in seiner Begrüßung hin. Er zeigte die fachpolitische Entwicklung zum Thema auf, in der das trägerübergreifende, von der Baden-Württemberg-Stiftung geförderte Projekt Stärkung der Erziehungskraft der Familie durch und über den Kindergarten sowie die Zukunftsinitiative Evangelischer Tageseinrichtung für Kinder ZIK (2009 - 2011) eine wichtige Rolle spielten. Die Evangelische Landeskirche, aber auch das Land Baden-Württemberg hätten die Chancen von Familienzentren erkannt und entsprechende Förderprogramme aufgelegt. Ziel müsse jedoch eine dauerhaft Finanzierung von Familienzentren sein.

Frau Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe, Professorin der Wirtschaftslehre des Haushalts und Verbrauchsforschung an der Justus-Liebig-Universität Gießen zeigte, in ihrem Vortrag den Mehrwert von Familienzentren überzeugend auf. Nicht nur Kinder und ihre Familien, sondern auch das gesamte Gemeinwesen profitierten von solchen Einrichtungen. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis von Investitionen im Bereich früher Bildung und in Familienzentren sei außerordentlich positiv.

 

Frau Birgit Kleinert, zuständige Referentin in der Geschäftsstelle des Evangelischen Landesverbandes zeigte in ihrem Vortrag Gelingensfaktoren für Familienzentren bei Trägern und Mitarbeitenden auf. Die im Projekt ZIK entwickelten Fixpunkte für die Arbeit von Familienzentren seien nach wie vor gültig: Bündnisse knüpfen - Wandel gestalten - Respekt für Vielfalt leben - Orientierung geben - Menschen stärken. Ohne zusätzliche Ressourcen und einen partizipativen Entscheidungsprozess von Beginn an seien Familienzentren nicht zu machen.

In einer Podiumsdiskussion mit Staatssekretär Volker Schebesta MdL, Oberkirchenrat Werner Baur, Martina Werz, Leiterin des Familienzentrums Schillerstraße in Heilbronn, Frau Professorin Meier-Gräwe und Georg Hohl bestand Einigkeit darüber, dass die Erfolgsgeschichte der Familienzentren langfristig gesichert werden müsse. Oberkirchenrat Baur betonte das Engagement der Kirche um der Kinder, ihrer Familien und der Gesellschaft Willen. Nicht kirchlicher Eigennutz könne die Motivation sein. Staatssekretär Schebesta sicherte zu, dass die im Koalitionsvertrag zugesagte Förderung, die bereits in den Jahren 2016 und 2017 begonnen wurde, auch im Landeshaushalt verankert werde. Er unterstrich die bildungs- und sozialpolitische Bedeutung von Familienzentren. Frau Martina Werz erläuterte anschaulich, wie Familienzentren auf das Gemeinwesen ausstrahlen und zugleich Türöffner einer lebendigen Gemeindearbeit seien. Auch für die Ausbildung der Erzieherinnen müsse das Thema Familienzentren Berücksichtigung finden. In dem Podiumsgespräch sowie aus dem Publikum wurde der Wunsch geäußert die Förderung von Familienzentren längerfristig anzulegen, damit Träger sich nicht gleichsam von Förderantrag zu Förderantrag hangeln müssen.

Die PowerPoint-Präsentationen der beiden Vorträge von Professorin Meier-Gräwe und Birgit Kleinert sind ebenfalls auf unserer Internetseite eingestellt.